Endeckung des Kaffee


"Entdeckung" des Kaffee  

                                                                                                                                                                             



Die Ursprünge der Kaffeenutzung im Nahen Osten liegen so weit zurück, dass sich um sie nur noch verschiedene Legenden ranken. Die meisten sind mit der anregenden Wirkung des Getränkes verknüpft.



Einer Legende nach wird der Kaffee dadurch entdeckt, dass ein Maroniten Mönch namens Naironus Banesius eine Viehherde beobachtet, die sich sonderbar benahm. Wie die Hirten im Lande Kaffa in Abessinien sich beklagten, waren die Tiere ungewöhnlich lebhaft und fanden bis spät in die Nacht keine Ruhe und zeigten keine Anzeichen von Müdigkeit.



Der Mönch ging diesem Rätsel nach und fand auf der Weide der Tiere eine dunkelgrüne Pflanze mit Kirsch ähnlichen Früchten in grün, gelb und rot. Mit wissenschaftlicher Neugier bereitete sich der Mönch einen Sud aus dieser sonderbaren Pflanze und stellte fest, dass seine Müdigkeit schwand und er problemlos nachts wach bleiben konnte, um seinem Gebet nachzugehen.



Der Kaffeebaum existiert natürlich schon sehr viel länger. Die in der Legende angesprochene Region Kaffa, die dem Getränk später ihren Namen geben sollte, im abessinischen Hochland in Äthiopien ist vermutlich tatsächlich die Urheimat dieser Pflanze.

Einer anderen Deutung nach kommt das Wort von dem altarabischen "qahwah", das Wein bedeutet. Dieser war den Muslimen jedoch verboten - als der Kaffee mit seiner anregenden Wirkung den Wein ersetzte, bekam er den Namen des gemiedenen Getränks und wurde zum "Wein des Islam".



Die anregende Wirkung des Kaffees kommt durch die Substanz Trimethylxantin, auch Koffein genannt. Sie ist auch in Kakao, Tee und der Cola-Nuss enthalten und wirkt auf das zentrale Nervensystem, so dass die geistige Wachheit stimuliert wird.



 



Kaffee gedeiht in den Ländern, die zwischen dem 24. südlichen bis 24. nördlichen Breitengrad befinden. Er braucht eine Durchschnittstemperatur von 20 Grad und eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit. Neun bis zehn Monate nach der Blüte können die Kirschen, die normalerweise zwei Bohnen enthalten, geerntet werden.


Während der drei bis vier Monate langen Haupterntezeit werden die reifen Kirschen fortlaufend sorgfältig von Hand gepflückt.


Der Kaffeebaum als immergrüne Pflanze kann neben der Hauptblütezeit zu jeder Jahreszeit Blüten tragen.
Die Pflanze wuchs wild und wurde anfangs weder kultiviert noch durch Verarbeitung veredelt.

Im Vorderen Orient



Die erste schriftliche Erwähnung als Heilmittel fand der Kaffee vermutlich unter der Bezeichnung "Bochum" in den Schriften des Heilkundigen und Philosophen Ibn Sina, bekannt als Avicenna, im 11. Jahrhundert.


Er kannte die stimulierende Wirkung der Pflanze. Auch wenn ein halbes Jahrtausend später "Bunc" als ein Wort für die Kaffeebohne genutzt wurde, ist es nicht ganz klar, ob sich der Heilkundige wirklich auf diese Pflanze bezieht.
 
Erst in der Mitte des 15. Jahrhunderts wird in Arabien wirklich Kaffee getrunken, wie schriftliche Quellen belegen - ob noch als Heilmittel oder schon allein zum Genuss, geht aus ihnen nicht hervor.


Um diese Zeit begann jedoch auch die Kultivierung des Kaffees. Im Jahre 1454 soll ein Scheich namens Gemaleddin in Jemen erste Kulturen mit Samen oder Pflanzen aus Abessinien angelegt haben.
In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts verbreitet sich der Kaffee über die aus religiösen Gründen von vielen Reisenden besuchten Städte Mekka und Medina in ganz Arabien und tritt somit seinen Siegeszug an.
Mit der Verbreitung des Kaffees kam, wie später auch beim weniger stark anregenden Kakao, die Frage nach der Legitimität dieses kräftigen Getränks auf, und auch hier hatte der Streit nicht zuletzt religiöse Hintergründe.


Muslimen war der Genuss von alkoholischen Getränken streng verboten - viele wichen deswegen auf Kaffee aus. Dadurch, dass das Getränk die Sinne stark anregte, mochte es jedoch genauso im Gegensatz zu den asketischen Prinzipien stehen.


Letztlich setzten sich die Kaffeetrinker jedoch durch, was auch daran gelegen haben mag, dass die Adeligen des Landes den schwarzen Trunk mittlerweile sehr schätzten.


Für die Verbreitung des Kaffees waren die Türken zuständig, zumal sie Ländereien in Syrien, Jemen und Ägypten eroberten und 1517 sogar Mekka und Medina einnahmen. Somit waren die Anbaugebiete des Kaffees in ihrer Hand. Auch viele Jahrhunderte später wird der Kaffee deswegen noch als "Türkentrank" bezeichnet, zum Beispiel in einem bekannten Kinderlied:


"C-A-F-F-E-E,


trink nicht zu viel Kaffee,


nicht für Kinder ist der Türkentrank,


schwächt die Nerven,


macht dich blass und krank.


Sei doch kein Muselman,


der das nicht lassen kann."


Die Osmanen verbreiteten den Trank in allen Teilen ihres Herrschaftsgebietes bis hin ins südöstliche Europa, wo öffentliche Kaffeehäuser bald die Straßen der Städte prägten. Sie waren Orte der Unterhaltung und Kultur, wo Geschichtenerzähler und Schattentheaterspieler auftraten. 1554 wurde das erste Kaffeehaus in Konstantinopel eröffnet.



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